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Social-Media-Profile der Fussball Bundesliga analysiert

von Nils Herrmann am 20. Dezember 2017

Die 55. Bundesliga-Saison geht nach 17. Spieltagen in die Winterpause und der FC Bayern München rangiert wieder ein Mal auf Platz 1. Schon vor Beginn der Saison wurden die ersten Stimmen laut, dass die Bayern zum 28. Mal Meisterschaft an die Säbener Straße bringen. Doch da die finale Entscheidung erst im nächsten Jahr fallen wird, wollen wir uns jetzt mit einem Nebenschauplatz der Bundesliga beschäftigen: Social Media.

Doch weshalb ist eine Analyse der Social-Media-Profile überhaupt notwendig, wenn das Spiel auf dem Fussballfeld stattfindet? Der Grund dafür ist, dass Social Media im heutigen Fußballgeschäft eine immer wichtigere Rolle einnimmt. So ist es nicht unüblich, dass Transfers quasi per Instagram angekündigt werden oder der Unmut über den eigenen Trainer über Twitter verbreitet wird. Doch nicht nur die Fussballer stürzen sich immer mehr auf die sozialen Netzwerken, sondern auch die Bundesliga-Vereine selbst. Deshalb liegt der Fokus dieser Analyse genau auf diesen Aspekt und zwar dem Nutzungsverhalten der Bundesliga-Vereine auf Social-Media.

Den Zeitraum den wir dafür analysiert haben ist vom 18. August 2017 bis zum 14. Dezember 2017.

Bundesliga Social Media Tabelle

Sie füllen die Stadien, fiebern vor den TV-Geräten mit und verfolgen Ihre Lieblingsmannschaft auf Social Media, die Rede ist von Fans. Jeder Fußballverein hat welche, und deshalb richtet sich unsere erste Analyse darauf wie viele Fans die Vereine weltweit auf Facebook haben.

Nicht wirklich überraschend, aber die Pole-Position in dieser Kategorie geht an die Säbener Straße. Bayern München dominiert mit seinen 43 Millionen Fans weltweit die Social-Media-Bundesliga-Fan-Tabelle mit der gleichen Dominanz, wie sie auch das geschehen in der Bundesliga beherrschen. Platz zwei geht ins Ruhrgebiet an Borussia Dortmund mit seinen 15 Millionen Fans. Auch auf Platz 3 befindet sich ein weiterer Klub aus dem Ruhrgebiet und zwar Dortmunds Rivale Schalke 04 mit 2,8 Million Fans.Bundesliga Social Media

Doch nun widmen wir uns natürlich auch nur kurz dem Tabellenende zu und lassen sich sogar Parallelen mit der aktuellen Tabellensituation erkennen? Um es schon mal vorweg zu nehmen, der 1.FC Köln und SV Werder Bremen befinden sich in der Social-Media-Tabelle im soliden oberen Mittelfeld. So präsentiert sich am Tabellenende der Social-Media-Tabelle tatsächlich ein Bild konträr zur aktuellen Bundesligatabelle. Die TSG Hoffenheim mit ihren 274.000 Fans befindet sich auf Platz 16 und der FC Augsburg mit seinen 247.000 Fans auf Platz 17. Tabellenschlusslicht ist der SC Freiburg mit seinen 238.000 Fans. Die Breisgauer liegen weit abgeschlagen von der Tabellenspitze.

Doch da Social-Media nicht nur auf Facebook stattfindet, sondern auch auf Instagram nehmen wir uns nun die Zahlen für diese Plattform an.

Und erneut bleibt eine Überraschung aus, denn die Tabelle gestaltet sich ähnlich zu dem was wir auf Facebook gesehen haben. Zwar sehen die Zahlen anders aus, aber die Reihenfolge bleibt gleich. Platz 1 geht an den Rekordmeister aus Bayern mit 11,4 Million Followern. Platz 2 mit 4,7 Million Followern geht an die Borussen aus Dortmund und auch in diesem Fall ist Schalke 04 mit 422.000 Followern wieder auf dem dritten Platz gelandet. Am Tabellenschlusslicht befindet sich der SC Freiburg mit 35.000 Followern.

Interessant zu sehen in diesem Fall ist, dass Aubameyang fast 5,7 Million mehr Follower hat als der BVB 09. Übrigens der Bundesliga-Spieler mit den meisten Instagram-Follower ist Robert Lewandowski mit 11,5 Million Follower.

Bayer Leverkusen postet am meisten

Nachdem wir uns die Facebook Fans und Instagram Follower angeschaut haben, ist es nun Zeit unseren Augenmerk auf das Posting-Verhalten der Klubs zu richten. Aus einer Social-Media-Sicht ist es deshalb nicht nur wichtig wer am aktivsten ist, sondern auch welche Art von Post-Typen genutzt werden bzw. bevorzugt werden.

Fangen wir direkt einmal mit einer kleiner Überraschung an, denn der Verein mit den meisten Posts ist Bayer 04 Leverkusen. Die Social-Media-Manager der Werkself sind am aktivsten und posten seit Anbeginn der Saison 1007 mal auf Facebook. Zweiter in dieser Kategorie sind die Bayern mit 834 Posts, gefolgt von Hertha BSC mit 812 Posts auf Platz 3.

Der Verein mit den geringsten Aktivität und damit auch den wenigsten Posts ist Hannover 96. Die Hannoveraner brachten es lediglich auf 254 Posts. Zum Vergleich der Verein mit den meisten Posts in der Premier League ist der Southampton FC mit 2791 Posts. 

Auf Instagram sehen die Resultate wie folgt aus: Die TSG Hoffenheim ist mit 580 Posts am umtriebigsten auf Instagram. Verfolgt wird die TSG von Bayern München, die mit 541 Posts auf Platz 2 liegen und dem RB Leipzig mit 498 Posts auf Platz 3. Die Leverkusener, die sich stark auf Facebook präsentierten laden lediglich auf Platz 6 in dieser Kategorie mit 328 Post.

Bundesliga Social-Media-Manager setzen auf Fotos

Nun wird es Zeit sich den meist genutzten Post-Format der Vereine anzunehmen. Hier ist ganz klar zu sagen, dass das Format das am meisten genutzt wurde das Foto-Format war. Insgesamt haben alle Bundesligavereine 10047 öffentliche Posts veröffentlicht, von denen 6021 Bilder-Posts waren.

Bayer Leverkusen, der aktivste Verein auf Facebook, hat auch das Profil mit den meisten Bilder-Posts (728). Das zweit meistgenutzte Format waren Videos mit einer Anzahl von 2520 Posts. Die meisten Videos wurden vom FC Bayern München 371 Videos veröffentlicht. Übrigens Videos die direkt bei Facebook hochgeladen werden, erhalten bis zu 530% mehr Kommentare

Der wertvollste Bundesliga Social-Media-Post

Konkretisieren wir die Sache einmal und gucken uns nun den Post an, der die meisten Reaktionen erhalten hat. Der Posts mit den meisten Posts stammt von Borussia Dortmund und hält noch einmal Roman Bürkis Ritual vor jedem Spiel fest.

Das Video schien nicht nur für Dortmund-Fan interessant zu sein und fand deshalb großen Anklang in mehreren Medien. Kein Wunder also, dass das Video über 138.000 Reaktionen erhalten hat. Übrigens, die neuen Reaktionen auf Facebook nehmen immer mehr an Popularität zu.

Der zweitbeliebteste Post stammte ebenfalls vom BVB 09. Als die Borussia am 18. August Ihr Vereinslogo zum Profilbild machten, haben sich 124.00 Facebook-User dazu bewegen lassen mit dem Bild zu interagieren.

Gucken wir nun noch einmal auf das Verhältnis von Posts zu Kommentaren. Direkt lässt sich bemerken, dass besonders am Tabellenende viel Redebedarf besteht. Tabellenschlusslicht Köln erhält die meisten Kommentare in Relation zu seinen Postings, das gleiche gilt für den SC Freiburg. So sind 17% der Interaktionen, die der 1. FC Köln auf einen Post erhält Kommentare. Beim SC Freiburg sind es 13,5%. Ein Beweis dafür, dass die Fans der beiden Klubs sehr in die jetzige Tabellensituation involviert zu sein scheinen.

Die Bayern Show

Nachdem wir uns Facebook gewidmet haben, ist es nun Zeit sich das Geschehen auf Instagram anzusehen. Bayern Münchens Post zur Champions League Auslosung wurde mit 483.000 Likes zum meist gelikten Instagram-Post sein Anbeginn der Saison.

Übrigens, die Top 185 Posts in dieser Kategorie stammen alle vom FC Bayern. Erst auf Platz 186 reiht sich mit dem BVB 09 ein Post eines anderen Vereins in diese Liste ein.

Der Instagram-Post mit den meisten Kommentaren stammt ebenso vom FC Bayern. Auch dieser Post beschäftigte sich mit dem Achtelfinalspiel gegen Besiktas und zeigt Bayerns Stürmer Robert Lewandowski der “We’re Coming To Besiktas” in ein Telefon spricht. Für die Social-Media-Manager der Bayern ist dieser Post vor allem ein Erfolg, da dieser über 51.000 Kommentare erhalten.

Ab in die Winterpause

Nun ist es Zeit einmal alles Revue passieren zu lassen. Erste Erkenntnis ist, dass der FC Bayern nicht nur die Bundesliga dominiert, sondern sich auch stark im Social-Media-Bereich präsentiert. Denn kein anderer Verein hat mehr Fans oder Followers als die Bayern oder erzeugt so viele Interaktionen. Doch auch die Borussia aus Dortmund präsentiert sich stark auf Social-Media und befindet sich überwiegend in allen Kategorien auf Platz 2. Für die Zukunft wird es aber auch spannend zu beobachten sein, wie sich Vereine wie der RB Leipzig oder TSG Hoffenheim in Zukunft auf Social Media präsentieren werden. Denn diese haben Trotz guter Tabellensituationen, eine geringe Anzahl von Facebook-Fans als die etablierten Vereine wie Eintracht Frankfurt, 1. FC Köln, Werder Bremen oder Borussia Mönchengladbach.

Abschließend ist noch zu sagen, dass die Bundesliga weltweit verfolgt wird. Dies zu mindestens bestätigt unsere Metrik “Anzahl der Fans pro Land.” Die meisten Fans der Bundesliga kommen aus Deutschland, gefolgt von Indonesien auf Platz 2, Brasilien Platz 3 und Indien Platz 4.

Wer weitere Social-Media-Analysen lesen möchte, dem ist empfohlen uns bei Twitter oder Facebook zu folgen. 

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Nils Herrmann

Nils is part of the quintly communication team. He is a committed writer with a keen interest in new technologies and social media strategies.

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